Zwischenbericht aus Haiti

    Veröffentlicht am 29.01.2018

    Zwischenbericht aus Haiti

    "Heute war ein erfolgreicher Tag - und gleichzeitig der Abschluss der ersten Woche. Nach doch erheblichen Anlaufschwierigkeiten gewinnen wir zunehmend das Vertrauen der Menschen. Denn da die Kernfrage der Hygiene ja auch immer mit dem Material steht und fällt, mussten wir hier erst auf Bezugsquellen, auf medizinischen Materialien, auf Anwendungsgebiete und deren heilende Eignung hinarbeiten.

    Das Vertrauen der Apothekerin, die gleichzeitig für den Einkauf zuständig ist, haben wir nun bereits gewonnen. Damit konnten wir dann sogar erreichen, dass mit Hilfe von Änderungen im Einkaufsverhalten fast 70 (!!!) % der Einkaufskosten gespart werden können, wenn nur ein anderes Material und eine andere Packungsgröße gekauft wird.

    Außerdem trafen wir glücklicherweise die Vertreterin der hiesigen Produktpalette, und siehe da, für alle Materialien, Oberflächen und Indikationen gibt es relativ günstig das entsprechende Material.

    Nun ist eine weitere Schulung für die nächste Woche geplant, in der die Abteilungsverantwortlichen, die wir hier noch benennen werden, und die Mitarbeiter in der Anwendung der Techniken und Lösungen geschult werden. Dies beginnt tatsächlich bei den Ansetzen von Lösungen, dem Ausrechnen von Konzentrationen, der Kontrolle der Liegedauer und der weiteren Aufarbeitung.

    Dennoch: ein Riesenschritt nach vorne. Und das auch noch kostengünstig!

     

    Am ehesten scheinen Umbauarbeiten im Bereich der Neonatologie notwendig zu sein. Denn extern entbundene Frühgeborene können nicht gut mit intern entbunden Frühgeburten (s. Foto) in einen gemeinsamen Raum gelegt werden, da dabei eine zu große Übertragungsgefahr von Erkrankungen besteht.

    Im Laufe der Woche haben wir nun die leitenden Mitarbeiter, die Klinikleitung, und auch die einfacheren Pflegekräfte in ein Boot holen können. Konkrete Zielvorgaben für unsere Schlussphase:

    • Herausarbeiten von drei Eckpunkten je Abteilung
    • Bestimmung eines Abteilungsverantwortlichen
    • Etablierung von Kontrollmöglichkeiten der Einhaltung dieser neuen Verfahrensweisen
    • Etablierung eines Kontrollprogramms, damit die nachfolgenden Teams auf unsere Arbeit aufbauen können

    Vielen Dank für die Unterstützung zu Hause, eine Arbeit auf Metaebene an Organisationen ist nicht ganz so einfach... und wer ändert schon gerne zuerst sich selbst... Somit arbeiten wir auch am Thema Eigenverantwortung, Verantwortungsübernahme für andere und Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls für ein gemeinsames Projekt - in diesem Fall unsere Klinik, unsere Arbeit, unsere Zukunft. Im Prinzip das Gleiche, dass auch für uns zu Hause in der eigenen Klinik gilt und was uns auch als Johannesbad Gruppe oder als humedica zusammenwachsen lässt."

    Natürlich halten wir Sie weiterhin über die Tätigkeiten von Dr. Scholten auf dem Laufenden!